Agaricus muscarius (Fliegenpilz, Agar.)
Gehört zur Familie der Knollenblätterpilzartigen (Amanitaceae), Vorkommen in Nordamerika, Nordasien und Europa
Fliegenpilz enthält das Gift Muscarin, daher sollte man sehr vorsichtig im Gebrauch von tiefen D-Potenzen sein, vor allem bei empfindlichen Personen!
GEMÜT:
Der Fliegenpilz ist eine hochgiftige Substanz. Sein Arzneibild ist daher auch von heftigen Symptomen gekennzeichnet. Es ist eins der wichtigsten Mittel bei Zuckungen.
Primär lassen sich auf geistiger Ebene mehrere Schweregrade von Agaricus feststellen.
Der/die PatientIn kann hypochondrisch veranlagt sein. Er/sie hat keine Lust zu arbeiten und ist schnell gereizt, wenn er/sie etwas gefragt wird. Gleichzeitig kann der/die PatientIn aber auch sehr euphorisch sein, voller Tatendrang und ungewöhnlich großer Furchtlosigkeit.
Bei fortschreitender Krankheit beginnen sich Euphorie und Depression abzuwechseln. Redseligkeit, auch in Form von Selbstgesprächen, wechselt sich mit wütendem Schreien und Gestikulieren ab. Auf Außenstehende reagiert der/die PatientIn nicht. Seine/ihre Sätze sind zum Teil zusammenhangslos und ergeben für Außenstehende keinen Sinn. Häufig geht solchen Zuständen anfallsartiges Gähnen voraus.
Der Zustand der Krankheit kann so schlimm werden, dass der/die PatientIn zur Selbstverletzung neigt und in tiefer Depression versinkt. Die Wahrnehmung der Umwelt verändert sich ebenfalls, wie es typisch ist für eine Fliegenpilzvergiftung. Kleine Gegenstände erscheinen ihm/ihr plötzlich riesig und es passiert häufig, dass der/die PatientIn ins Leere greift, weil er/sie die Distanz nicht abschätzen kann.
Ganz charakteristisch ist auch die Angst davor, Krebs zu bekommen. Als Hypochonder hat er/sie ständig das Gefühl, etwas wäre nicht in Ordnung. So sucht der/die PatientIn solange, bis er/sie etwas findet. Hat der/die PatientIn ein Leiden gefunden, versinkt er/sie in Depression und verliert mehr und mehr die Lust am Leben. Der/die PatientIn entwickelt ein starkes Interesse an dem Thema Tod und an todkranken Menschen, um die er/sie sich gerne kümmert.
KÖRPER:
Zu beachten sind die Themen Zuckungen, Jucken, Brennen und Schmerzen wie von kalten Nadeln oder Splittern gestochen. Auch ist Agaricus sehr trocken, wodurch das Brennen verursacht wird. Jedet Körperteil kann Zucken, zum Beispiel auch die Augenlider. Der Kopf ruckt immer wieder in den Nacken, Gesichtsmuskeln zucken und natürlich die Arme und Beine.
Wenn der/die PatientIn liest, bewegen sich auf einmal die Buchstaben und verschwimmen vor seinen/ihren Augen. Teilweise kann man es vergleichen mit einem alkoholischen Rausch.
Ein weiteres wichtiges Charakteristikum dieses homöopathischen Mittels ist auch das Thema Haut. Der/die Agaricus-PatientIn hat eine starke Affinität zu Frostbeulen. Jegliche Schmerzen auf der Haut fühlen sich an, als wäre sie erfroren. Jucken und Brennen sowie ein taubes Prickeln sind typisch. Zudem empfindet der/die PatientIn noch das stechende Gefühl, als würde er/sie von Eiszapfen durchbohrt.
Im Mund hat der/die PatientIn ebenfalls ein brennendes Gefühl, und die Zunge zuckt hin und her. Der Geschmack im Mund ist charakteristischerweise süßlich, und Herpes auf den Lippen kann die Mittelwahl Agaricus unterstreichen. Da Hals und Rachen ebenfalls trocken sind und brennen, hat der/die PatientIn oft Schluckbeschwerden, und Schleimklumpen stecken im Hals fest.
Ein typischer Schmerz ist ein Stechen auf der linken Seite unterhalb der Rippen. Der Magen fühlt sich gebläht an, und der/die PatientIn leidet unter starken Blähungen. Am stärksten treten diese circa drei Stunden nach dem Essen auf. Ein nach unten drängendes Gefühl in der Gebärmutter oder im Enddarm kommt ebenso vor. Beim Wasserlassen hat der/die Agaricus-PatientIn ebenfalls die typisch stechend brennenden Schmerzen wie von eiskalten Nadeln.
Krampfhafter Husten vor allem in der Nacht und Atembeklemmung mit festsitzenden Schleimklumpen sind Kennzeichen von Agaricus, wobei der Hustenanfall immer mit Niesen endet.
Tremor und Ruhelosigkeit der Arme und Beine sind wichtige Hinweise auf Agaricus, da es eines der wichtigsten homöopathischen Mittel gegen Zuckungen ist. Der/die PatientIn verliert bei schwerer Krankheit z.B. bei Chorea (einer erblichen Erkrankung des Gehirns) die Kontrolle über den Körper; die Arme und Beine machen sich selbstständig. Auch hier finden wir wieder das Jucken und Brennen der Füße, begleitet von einem Taubheitsgefühl, als wären sie erfroren.
ALLGEMEIN:
Auffällig sind die Schmerzen, die diagonal auftreten. Zunächst im linken Arm und dann im rechten Knie. (vgl. Ledum, Rhus toxicodendron, Taraxacum)
Der/die Agaricus-PatientIn ist ständig durstig und hat ein starkes Verlangen nach Eiern und Salz.
Die Symptome werden schlimmer bei kalter, frischer Luft, und wenn das Wetter kalt und regnerisch ist. Vor allem vor Gewittern geht es ihm schlechter. Es gibt auch eine Verschlimmerungszeit nach dem Essen.
Schlaf und langsames Umhergehen verschaffen ihm Linderung. Der/die Agaricus-PatientIn liebt die Wärme.
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