Aesculus hippocastanum
(gemeine oder auch weiße Rosskastanie, Aesc.)
Gehört zur Unterfamilie der Rosskastaniengewächse (Hippocastanaceae), Vorkommen in Europa.
GEMÜT:
Ein/e Aesculus-PatientIn ist niedergeschlagen, traurig aber auch gereizt. Er/sie fühlt sich schlapp und träge.
Wenn er/sie morgens erwacht, weiß er/sie nicht, wo er/sie sich befindet. Der/die PatientIn fühlt sich benommen und für eine Weile verwirrt. Er/sie braucht etwas Zeit zur Orientierung, teilweise fehlt ihm/ihr aber die Energie um in Schwung zu kommen. Innerlich ist der/die PatientIn sehr hitzig, ihm/ihr ist selten zu kalt, was der Trockenheit in seinem/ihrem Körper entspricht.
KÖRPER:
Zu beachten ist bei Aesculus die immer wieder auftretende Stockung der Körperflüssigkeiten und der verlangsamte Ablauf der Körperfunktionen. Daraus resultieren auch eine Trockenheit und ein Völlegefühl.
Im Stirnbereich wird ein starker Druck empfunden und es ist, als würde der Kopf zwischen Hinterkopf und Stirn eingequetscht werden. Vor allem am Morgen tritt dieses Gefühl auf. Teilweise ist es auch ein stechender Schmerz von rechts nach links.
Eine Verengung und daraus resultierende Stauung sehen wir auch im Atmungsapparat. Der/die PatientIn reagiert empfindlich auf kalte Luft und die oberen Atemwege verengen sich. Der Schnupfen, der dabei häufig entsteht ist jedoch dünn, wässrig zugleich aber auch brennend (vgl. Arsenicum album). Die kalte Luft wird als sehr unangenehm empfunden.
Der/die PatientIn hat häufig einen metallischen Geschmack im Mund und starken Speichelfluss. Die Zunge ist dick belegt und fühlt sich pelzig geschwollen an.
Allgemein lässt sich feststellen, dass die Schleimhäute von Aesculus trocken sind und sich dadurch wund anfühlen. Dies gilt auch bei Halsschmerzen, was jedes Schlucken sehr schmerzhaft macht. Der Schmerz ist charakteristischerweise stechend und zieht bis zu den Ohren.
Man könnte meinen, der/die PatientIn sei wie ausgetrocknet. Die Schleimhäute sind trocken, das Blut ist verdickt, und somit entsteht eine den ganzen Körper betreffende Stauung. Der Verdauungstrakt arbeitet gemächlicher, wodurch beim/bei der Aesculus-PatientIn häufig nach dem Essen ein Völlegefühl auftritt. Dann liegt ihm/ihr das Essen wie ein Stein im Magen, was bis zu drei Stunden nach dem Essen anhalten kann.
Charakteristisch sind natürlich auch die trockenen Stühle, die sich hart anfühlen und den Stuhlgang somit sehr schmerzhaft machen, so als enthalte der Stuhl viele kleine Holzstückchen.
Der Urin ist typischerweise von dunkler Farbe und heiß.
Durch Verstopfung hervorgerufene Rückenschmerzen sind manchmal so stark, dass es dem/der PatientIn unmöglich ist zu arbeiten. Jegliches Gehen oder gar Vorwärtsbeugen verschlimmert den Schmerz.
Aesculus hat eine wichtige Bedeutung bei der Behandlung von Hämorrhoiden. Diese sind bläulich und nicht blutend; oft stehen sie in Verbindung mit Kreuzschmerzen (vgl. Nux vomica). Auch Krampfadern sind ein wichtiges Thema. Ein weiterer Hinweis auf die Stauung ist das Gefühl, dass alles eingeengt wird, überall staut es sich im Körper an, und der/die PatientIn kann im ganzen Körper das Pulsieren des Herzschlages wahrnehmen.
ALLGEMEIN:
Hat der/die Aesculus-PatientIn Fieber, tritt der Schüttelfrost typischerweise um 16 Uhr auf. Der Kälteschauer läuft den Rücken hinauf und hinunter. Das Fieber steigt dann immer gegen Abend zwischen 19 und 24 Uhr an.
Richtig schlecht geht es dem/der PatientIn immer am Morgen, beim Aufwachen. Jegliche Bewegung, vor allem Gehen, tut dem/der PatientIn nicht gut. Langes Stehen verträgt er/sie ebenfalls nicht. Auch nach dem Essen und nach dem Stuhlgang fühlt der/die PatientIn sich unwohl, aufgebläht und hat Schmerzen.
Besser geht es ihm/ihr bei kühler Luft und im Freien. Es kühlt seinen/ihren trockenen und warmen Körper und erfrischt ihn/sie. Starke Kälte jedoch macht dem/der PatientIn wieder zu schaffen, und die trockenen Schleimhäute reagieren sehr empfindlich darauf.
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